Trainingsmuster zum Nachreiten – Nr. 1

Pferdewissen-Glossar

Muster Nr. 1 – Jungpferde-Intervall-Aufbautraining

Immer wieder werde ich gefragt, wie das Reittraining idealerweise gestaltet werden sollte, um Muskulatur beim (Jung-)Pferd aufzubauen. Ich bevorzuge dafür ein intervallartiges Training. Das heißt, Du bettest in eine Trainingsstunde, die in der Basis aus großrahmigem Schrittreiten besteht, viele kleine Intervalle ein, die einen hohen Anspruch an Koordination, Schnellkraft, Schubkraft, Tragkraft und / oder Kondition stellen. Im Prinzip kannst Du jede geeignete Linienführung nehmen und sie für Dein Trainingsziel anpassen, um gezielt einzelne Körperpartien Deines Pferdes zu kräftigen oder seine Gesamtkondition zu fördern. Hier ein kleines Intervall-Beispiel dazu aus unserer heutigen Trainingseinheit:

Tags: Trainingsplan, Jungpferd, Aufbautraining, Intervalltraining

 

Wichtig dabei ist, dass Dein Pferd zwischen den Intervallen die Chance hat, sich zu erholen, bevor das nächste Intervall startet – das gilt im übrigen auch für die einzelnen Trainingsstunden gleichermaßen: ein gutes Pausenmanagement innerhalb und zwischen den Trainingseinheiten ist ein absolutes Muss (mehr dazu hier: Pausenmanagement). Optimalerweise baust Du jedes Intervall wie ein Sandwich auf, indem Du es zum einen in großrahmigen Schritt als “Sandwich-Außenhülle” einbettest und zum anderen darauf achtest, dass Du innerhalb eines Intervalls jede versammelnde Sequenz in frische Tempi einhüllst, z. B. so:

  1. Schritt am hingegebenen Zügel, z. B. 2 Runden
    –> “Sandwich-Außenhülle”, Teil 1
  2. Frisches Vorwärts herstellen, in Schritt, Trab oder Galopp, je nach Intervallvorhaben
    –> “Sandwich-Außenhülle”, Teil 2
  3. Trainingsmuster als Intervall-Übung, z. B. 3 Mal durchreiten
    –> Du kannst die Trainings-Intensität durch erhöhte Kadenz steigern oder
    sie entspannender gestalten, indem Du häufige Wechsel zur Dehnungshaltung einbaust
    –> Wenn Fehler passieren oder es irgendwo hakt, hilft ein kurzer Re-Set,
    um anschließend die korrekte Version auszuarbeiten, also:
    reite nicht die Übung um der Übung willen, sondern nutze sie,
    um Dein Pferd gezielt zu fördern
  4. Frisches Vorwärts herstellen, in Schritt, Trab oder Galopp, je nach Intervallvorhaben
    –> “Sandwich-Außenhülle”, Teil 2
  5. In den Schritt auspendeln und z. B. 2 Runden Schritt reiten
    –> “Sandwich-Außenhülle”, Teil 1

Wie oft Du das Sandwitch-Intervall durchreitest, hängt von Trainingszustand und Kondition Deines Pferdes ab. Grundsätzlich gilt, dass Du sowohl die Häufigkeit der Wiederholungen als auch ihre Dauer verlängern kannst, also z. B. innerhalb eines Sandwiches das Trainingsmuster nicht wie im Beispiel dreimal durchreitest, sondern sogar vier- oder fünfmal.

Effektiv und abwechslungsreich wird das Training, wenn Du im nächsten Intervall eine andere Kombination und / oder Linienführung wählst, im besten Fall eine, die andere Körperteile mehr beansprucht oder andere koordinative Fähigkeiten erfordert.

Und zum Abschluss noch ein Merksatz zum Intervalltraining für Dich:

Bette anspruchsvolle Trainingsintervalle wie ein Sandwich in frische, locker-flockige Tempi und in großrahmigen Schritt ein und reihe die Intervalle wie Perlen auf einer Schnur zu einer effektiven Trainingseinheit aneinander.