Pferdeerziehung: Stehen bleiben wie ein Denkmal

Stefanie schreibt: Ich habe eine Frage zum Thema Pferdeerziehung. Als Reitbeteiligung habe ich gerade eine 12-jährige Stute übernommen, um die ich mich an 3 Tagen pro Woche kümmere. Sie wurde von ihrer Besitzerin bis Klasse L in der Dressur und im Springen ausgebildet. Da es ihr an den Basics fehlt, widme ich mich diesen Themen verstärkt (mit den Tuuli Erfolgsrezepten) J. Das klappt auch alles soweit ganz gut; sowohl am Boden als auch im Sattel.

Hier jetzt aber das Erziehungsproblem:

  1. Sie mag es nicht, beim Putzen angebunden zu werden (dann reißt sie sich los), bleibt aber auch dann meistens nicht brav stehen, wenn man den Strick nur lose durch den Ring zieht. Sobald man sich entfernt, um den Sattel zu holen, geht sie gerne mal auf Wanderschaft. Dabei hat schon so mancher Strick sein Ende gefunden, denn sie tritt irgendwann drauf und der Stick reißt. Dabei könnte sie aber auch sich und Andere verletzen.
  2. Beim Aufsitzen bleibt sie auch nicht stehen, egal, ob man die Zügel locker oder etwas straffer hält. Das ist fast noch schlimmer als am Putzplatz, denn hier kann es ja auch für den Reiter gefährlich werden.

Was kann ich konkret unternehmen, um ihr ein artiges und geduldiges Stehenbleiben sowohl am Putzplatz (sodass man auch mal kurz weggehen kann) als auch beim Aufsitzen schmackhaft zu machen? Welche Übungen kann ich anwenden?

Tuulis Antwort: Das stehen bleiben, ob am Putzplatz oder beim Aufsteigen, ist eins der ersten Dinge, die ein Pferd bei mir lernt. Wie Du schon angedeutet hast, sehe ich das als ganz wesentlichen Sicherheitsaspekt für Pferd und Reiter. Leider sieht man allzu häufig Reiter, die keinen Wert darauf legen und ihr Pferd dann eben anbinden statt ihm beizubringen am Putzplatz stehen zu bleiben oder die sich dann halt irgendwie in den Sattel hechten, während das Pferd schon mal vorwärts / seitwärts / rückwärts los geht oder sogar trabt. Deshalb finde ich es klasse, dass Du bereit bist, Dich mit dem Halten auseinander zusetzen – das ist sicher für diese Stute besonders wichtig, damit sie ihre „Wohlfühlzone“ nicht ständig verlassen muss, sondern lernt, ihre Komfortzone auf das ruhige Stehen auszuweiten.

Dies sind grundsätzliche Dinge, deren Wichtigkeit gemeinhin unterschätzt wird. Dabei ist es nicht nur wichtig, sich in puncto Sicherheit mit ihnen zu befassen, sondern es kommt auch der feinen Abstimmung in der Dressurarbeit sehr zu Gute, wenn ich mich über solche Dinge mit meinem Pferd verständigen kann.

Letztlich sind es diese vier grundlegende Dinge, über die ich mich mit meinem Pferd verständigen können muss – ohne Wenn und Aber:

  1. Angehen / Anreiten und das entsprechende Tempo halten
  2. Anhalten und in Ruhe stehen bleiben
  3. Nach links und rechts abwenden auf der vorgegebenen Linie
  4. Rückwärtsrichten

Wenn diese Dinge einwandfrei funktionieren, kann ich mit meinem Pferd alles erarbeiten. Habe ich bei einem von ihnen dauerhaft Probleme, gefährde ich den Erfolg unseres gemeinsamen Trainings, denn es läuft früher oder später auf einen Kampf hinaus.

Besser also, diese Grundlagen permanent sichern, also das Pferd schon im Ansatz korrigieren, wenn etwas „aus dem Ruder läuft“ – liebevoll, aber konsequent.

Wenn sich „Unarten“ erst einmal eingeschlichen und gefestigt haben, wird es schwer, mit ihnen umzugehen, das wirst Du, liebe Stefanie, sicher bestätigen können. Deshalb ist meine Antwort bis hierhin auch nicht auf Deine Frage gemünzt, sondern soll jeden, der das hier liest, ermuntern, Grundlagen und kleine Abweichungen vom eigentlichen Zielbild wichtig zu nehmen und sich bewusst mit ihnen zu beschäftigen.

Nun also zu Deiner Frage, was Du tun kannst, wenn ein Pferd wie die Stute, mit der Du arbeitest, sich bereits angewöhnt hat, nicht zu stehen:

  • Schnelle Abhilfe: Der Autoreifen
  • Übungen:
  1. Stehen am Strick
  2. Stehen an der Longe
  3. Die Einladung an der Longe
  4. Stehen bleiben mit hängendem Strick im geschützten Rahmen
  5. Stehen bleiben mit hängendem Strick am Anbindeplatz
  6. Stehen bleiben an der Aufstiegshilfe
  7. Stehen bleiben beim Aufsteigen

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