Meine Stute ist maulig – Was kann ich tun, um das abzustellen?

Sabines Frage: Es geht um eine junge (5) Stute mit leichter Übergrösse (1.75) ;)
Ich habe sie seit ca. 4 Monaten und sie ist nun das 7. junge Pferd, welches ich aus- oder weiter ausbilde. Noch nie hatte ich jedoch so ein mauliges, sperriges Pferd wie sie.
Ich beschreibe mal unsere Arbeit.

Wir arbeiten viel in Dehnung mit dem stetigen Angebot die von ihr gesuchte Anlehnung so lang werden zu lassen, wie sie es möchte. Große Bögen reiten wir dann über den Sitz und weich geführt. Der Schenkel ist weich anliegend, nicht klopfend.
Die Stute verfügt über richtig Bewegung und so bekomme ich eine wunderbare Oberlinie und einen schwingenden Rücken. Wir arbeiten an ihrer Balance, versuchen das schiebende Hinterbein auf der hohlen Seite immer mehr mit Kraft zu versehen und in diesem Kontext ist alles fein.

Aber. Sind wir natürlich nicht allein auf der Welt und ist Dehnungshaltung auf ewig auch nicht der richtige Weg. So muß also auch mal etwas mehr Kontakt am Zügel sein, sprich die Arbeitshaltung oder auch ein Ausweichen sind von Nöten.
Und da beginnt der Unmut. Man hat das Gefühl als würde sie jegliche Führung am Gebiss kategorisch ablehnen. Sie fängt das maulen (Kopf verdrehen, Verwerfen, dagegen drücken, nach unten drücken, nach oben aushebeln, selten knirschen) an. Sie wird teilweise richtig stark und fängt (selten) auch das laufen an.

Meine Reaktion darauf: ich ziehe nicht ABER ich gehe auch nicht mit der Hand vor und belohne sie für das maulen. Ich versuche die von ihr aufgebaute Spannung “abzuschütteln”, sprich den Kiefer wieder zu lockern, das Genick leicht links/rechts zu bewegen um diese ganze Verkrampfung wegzubekommen. Dabei schicke ich sie nach vorne. Sobald sie aufhört, stell ich die Hand wieder sanft hin und biete ihr auch gerne wieder etwas mehr Dehnung an (ist das vielleicht falsch).
Sollte sie jedoch komplett blockieren und weglaufen, dann zieh ich auch schon mal und setze das langsamer werden durch, dies kommt aber selten vor.
Ich habe immer im Kopf “ich laß dich an einer feinen Schnur, wenn Du ihr folgst”, wenn aber nicht, dann bleib ich so lang dran und schüttel dich ab, bis du mir wieder folgst und ich dich weich führen kann, dann mußt du aber auch richtig nach vorne bis du wieder Führung annimmst.

Zum Gesundheitszustand: Zähne vom Dentisten gemacht, Chiro 2 x gemacht aber ohne nennenswertem Befund, keine erkennbaren körperlichen Schäden, Akupunktur ohne Befund auf den Hauptmeridianen, Maßsattel, der wirklcih toll liegt (ist mit einem anderen Sattel nicht anders).

Was kann ich besser machen ?
Ist das normal für so ein großes, junges Pferd ?
(ist eine DeNiro und die sind ja berühmt für ihre Mauligkeit)
Bin etwas verunsichert und das ist nie gut bei der Jungpferdeausbildung, weil man sich seiner Sache sicher sein sollte.
Freu mich sehr sehr auf Deine Meinung.

Tuuli antwortet: Liebe Sabine, Danke für Deine ausführliche Frage. Gut, dass Du noch etwas zum Gesundheitzustand geschrieben hast, das war gleich meine erste Idee beim Lesen :-) Dazu noch eine Frage: Hast Du mal ein anderes Gebiss probiert? Eins, das ihr vielleicht besser gefällt? (Ichgehe davon aus, dass Du es auf scharfe kanten, Unpassigkeit etc. gecheckt hast…)

Nun zu den anderen Aspekten, die Du ansprichst: Ein junges Pferd mit Übergröße braucht ganz sicher mehr Zeit und Geduld in der Ausbildung, ich würde mir also nicht allzu viele Gedanken machen :-) Und Harry ist auch ein De Niro, allerdings 10 cm kleiner… ;-) Ich kenne das Problem, so wie Du es beschreibst, von ihm trotzdem auch, als ich anfing ihn zu reiten und er irgendwann in die “Ich teste Dich mal”-Phase kam… Mir hat bei ihm – und das hat sich in der Praxis auch schon bei vielen, vielen anderen Pferden bewährt – geholfen, ihn schön wie Du beschreibst am Sitz aufzunehmen und dann erst die Zügel nachzufassen. Dabei immer schön darauf achten, dass es wirklich der äußere Zügel ist, der das sanfte Gummiband herstellt und der innere ihn weiterhin immer wieder in die Innenstellung lockt. Wenn das Pferd dann anfängt zu drücken, ist die Korrektur nach vorn ein sehr guter Weg. Du kannst es Dir allerding noch leichter machen, wenn Du…

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